Es gibt Weihnachtslieder, die plätschern sanft im Hintergrund dahin – und dann gibt es Carol of the Bells. Dieses Stück trifft mich jedes Jahr aufs Neue mitten ins Herz. Es ist, als würde jemand eine alte, verzauberte Glocke in einer eingeschneiten Kathedrale anschlagen – und plötzlich tanzen Schatten und Lichter sich sanft wiegend Hand in Hand durch den Raum. Ob mit Chor, Orchester, A-cappella oder düster-elektronisch – ich liebe jede einzelne Version. Und ja, ich sammle sie. Wie andere Schneekugeln oder Lebkuchenrezepte horten, sammele ich Interpretationen dieses einen Liedes. Jede neue Variante ist wie ein kleines Geschenk, das ich mit leuchtenden Augen und offenen Ohren akustisch entpacke.
Ich erinnere mich noch gut an die erste Version, die mich schon als Kind gepackt hat, wie sie im Film Home Alone zu hören war – dramatisch, fast unheimlich, mit einem Kinderchor, der wie aus einer anderen Welt klang. Seitdem bin ich auf der Jagd nach diesen "hauntingly beautiful" Weihnachtsliedern. Jenen, die nicht nur süß und fröhlich sind, sondern geheimnisvoll, melancholisch, fast ein wenig geisterhaft. Lieder, die klingen wie der Wind, der durch kahle Äste streicht, oder wie das Echo eines alten Wintermärchens.
Neben Carol of the Bells gehören auch Stücke wie Coventry Carol, In the Bleak Midwinter, Gaudete, aber auch O Holy Night und Der Tanz der Zuckerfee zu meinen Favoriten – besonders, wenn sie in dunklen, sphärischen Arrangements daherkommen. Es ist diese Mischung aus Schönheit und Gänsehaut, die mich jedes Mal aufs Neue verzaubert. Vielleicht ist es auch einfach mein Faible für das leicht Morbide, das sich hier mit der festlichen Stimmung so wunderbar verbindet.
Weihnachten muss für mich nicht immer nur rot und gold und zuckersüß-kitschig sein – manchmal ist es eher silbergrau, neblig und geheimnisvoll. Und genau das liebe ich so sehr an diesen Liedern: Sie erzählen von einer anderen Seite des Festes. Einer, die stiller ist, tiefer, vielleicht sogar ein wenig düster – aber dabei doch voller Magie.
Wenn du also auch ein Herz für die dunkleren, verträumten Klänge der Weihnachtszeit hast – willkommen im Club. Und falls du eine Version von Carol of the Bells kennst, die ich noch nicht gehört habe: Her damit!
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